Testbericht: Xiaomi Mi Band 3

Xiaomi hat Ende Mai das Mi Band 3 vorgestellt, welches wir uns nun eine längere Zeit angeschaut haben und mit dem Mi Band 2 vergleichen konnten. 

Im Vergleich zum Vorgänger, dem Mi Band 2, welches ich nun 1,5 Jahre in der Benutzung hatte, gibt es hauptsächlich optische Unterschiede. Das Mi Band 3 ist etwas größer, wirkt durch das abgerundete Display und den eingesenkten Touch-Button jedoch zweifellos moderner. Hier mal ein Bild zum direkten Vergleich:

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Armband und dem Mi Band 3 noch ein USB-Kabel. Aufgeladen wird, indem das Mi Band 3 aus dem Armband gedrückt wird und dann in den Ladeadapter geschoben wird. Das Mi Band 3 kann dann an jedem USB-Anschluss oder USB-Ladegerät aufgeladen werden.

Display: Mehr Inhalte & Touch-Bedienung – aber weiterhin dunkel

Eine Überarbeitung hat auch das Display erfahren, welches nun mehr Inhalt anzeigen kann. Das bietet sich beispielsweise für den Anrufernamen und für einen Auszug von Nachrichten an, die per Bluetooth zuverlässig an das Mi Band 3 weitergeleitet werden.

Letzteres ist schon einmal eine positive Sache, denn beim Vorgänger Mi Band 2 musste man sich noch an einer Drittanbieterapp bedienen, die mit jeder Vibration etwas von der Nachricht oder den Namen anzeigen konnte. Ansonsten wurde auf dem Mi Band 2 nur ein Symbol, beispielsweise das WhatsApp Logo, bei einer Nachricht angezeigt.

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Das Display ist nun zudem per Touch zu bedienen, beim Mi Band 2 gab es allein den Touch-Button zur Bedienung, der auch beim Mi Band 3 erhalten bleibt. Einzig die Helligkeit des OLED-Displays könnte auch weiterhin noch verbessert werden, bei Sonnenlicht im Freien wird es schon mal schwierig mit dem Ablesen. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Ablesen aber zweiffellos besser geworden.

Die Bedienung und neue Funktionen

Beim Mi Band 2 brauchte man zur Bedienung eigentlich nichts sagen, denn diese war klar. Es gab nur einen Touch-Button, womit der Wechsel zwischen den einzelnen Informationen möglich war.

Beim Mi Band 3 gibt es nun eine tiefere Struktur der einzelnen Elemente. Ein Element könnte man als eine Art Kategorie beschreiben, welche Unterelemente/Unterseiten beinhaltet. Zwischen den Elementen kann durch wischen nach oben und unten gewechselt werden, zwischen den Unterelementen mit wischen nach rechts und links.

  • „Fitness“ → Schritte, Distanz, Verbrannte Kalorien, Akku
  • Herzfrequenz-Messung (startet bei Halten des Touch-Button)
  • Wetter → Heute, Morgen, Übermorgen
  • Benachrichtigungen → es können die vergangenen Benachrichtigungen eingesehen werden, Halten des Touch-Buttons löscht diese
  • Mehr → Stoppuhr, Stumm/Laut, Smartphone suchen, Bildschirm anpassen

Durch den Touch-Button kann man zur jeweils ersten Seite eines Elements springen oder bei erneutem Betätigen auf den Homescreen wechseln. Man muss nur wissen, dass man immer nur von der ersten Seite eines Elements zu den anderen Elementen hoch und runter wischen kann. Ist man beispielsweise beim Wetter für Morgen, so muss zuerst auf „Heute“ zurück gesprungen werden.

Manchmal klappt die Erkennung der Wischrichtung jedoch nicht hundertprozentig, man kommt also teilweise nicht zum nächsten Element, wenn man nach oben/unten wischt, sondern zu einem Unterelement.

Wetter

Mit dem Mi Band 3 habt ihr auch einen Blick auf das Wetter. Standardmäßig wird der derzeitige Standort genutzt, über die Mi Fit App kann aber auch ein fester Standort festgelegt werden. Ihr habt einen Blick auf das Wetter für den aktuellen Tag und die nächsten zwei Tage, durch Wischen nach links und rechts kann zwischen den einzelnen Tagen gewechselt werden. Ist die Vorhersage etwas länger und lautet beispielsweise „Bewölkt bis Regenschauer“, dann läuft diese als Lauftext über das Display.

Benachrichtigungen

Sehr positiv überrascht bin ich von den Benachrichtigungen. Durch das neue Display kann man nun den Namen und eine Vorschau der Nachricht sehen, per Wisch gibt es auch noch mehr von der Nachricht zu sehen.

Neben der Vorschau schätze ich auch die Einsicht von vergangenen Benachrichtigungen. Dafür gibt es das Element Benachrichtigungen. Beim Vorgänger musste noch das Smartphone gezückt werden, wenn man bei einer Vibration einmal nicht auf das Band sehen konnte und die Anzeige verpasst hatte.

Es kann allerdings vorkommen (z.B. bei WhatsApp), dass der eigentliche Benachrichtigungsinhalt sehr schnell durch eine weitere Benachrichtigung, welche mich auf „X ungelesene Nachrichten“ hinweist, übersprungen wird. Das ist sehr unpraktisch, weil auch nicht direkt zurückgewischt werden kann.

In dem Fall muss dann zuerst auf das Element Benachrichtigungen gewechselt werden und auch dort einige Male gewischt werden, bis man den Inhalt sieht. Der Inhalt wird zudem erst nach „X neue Nachrichten“ angezeigt, was auf dem kleinen Display äußerst unpraktisch ist.

Tipp: Bereits mit dem Mi Band 2 habe ich die Mi Band Tools App genutzt, welche viele weitere Möglichkeiten für den Tracker bietet. Es kann beispielsweise pro App festgelegt werden, zu welchen Zeiten Benachrichtigungen gesendet werden sollen. Auch kann der gepushte Nachrichteninhalt angepasst oder durch Parsing gewisse Informationen gefiltert werden (z.B. Codes für Zwei-Faktor-Authentifizierungen). Standardmäßig sieht die Benachrichtigung dann so aus wie auf folgendem Bild – der App Name wird nicht angezeigt, was Platz auf dem Display spart und es folgen keine Benachrichtigungen mit „X ungelesene Nachrichten“, was das ganze sehr angenehm macht. Für mich die App, womit das Mi Band erst sein volles Potential entfaltet.

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Stoppuhr, Schritte zählen, Herzfrequenzmessung

Eine neue Funktion des Mi Band 3 ist die integrierte Stoppuhr, welche über das Element „mehr“ erreicht werden kann. Gestartet und gestoppt wird die Stoppuhr durch halten des Touch-Button, pausiert werden kann über das Display. Während diese läuft, bleibt das Display permanent an. Die Stoppuhr-Funktion zieht also auch etwas am Akku. In unserem Test reduzierten 15 Minuten die Akkuladung um 3%.

Grundsätzlich funktioniert das Schritte zählen gut, es werden jedoch teilweise auch andere Bewegungen als Schritte erfasst. Für den verlangten Preis kann ich hier allerdings nichts bemängeln. Die Messung ist für den normalen Nutzer absolut ausreichend.

Eine Herzfrequenzmessung kann in der Mi Fit App aktiviert werden. Dabei steht zur Auswahl, dass dies nur periodisch zur verbesserten Schlafanalyse genutzt werden soll oder man aktiviert die Intervall-Messung. Zur Verfügung steht 1 Minute, 5 Minuten, 10 Minuten und 30 Minuten.

Smartphone finden & Startbildschirm anpassen

Xiaomi hat neben dem Wetter und der Stoppuhr zwei weitere Features integriert, die direkt vom Band genutzt werden können. Das Smartphone kann nun wieder gefunden werden, in dem vom Mi Band 3 das Abspielen eines Pieptons gestartet wird. Auch der Startbildschirm kann nun direkt auf dem Band angepasst werden. Zur Auswahl stehen 3 Varianten, der eckige Kasten wird übrigens nur während der Einstellung angezeigt:

Die App: Mi Fit

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Bei der Mi Fit App hat sich mittlerweile viel getan und diese bekommt auch regelmäßig Updates. Über diese App erhaltet ihr per Firmware Update auch die deutsche Sprache auf das Mi Band 3. Das Update wird automatisch durchgeführt, wenn ihr das Band mit eurem Smartphone/der App verbindet.

Über die Mi Fit App erfolgt die Auswertung des vergangenen Schlafs, es kann das Aktivitätstracking gestartet werden, was auch das Smartphone GPS miteinbezieht und einige Einstellungen können gesetzt werden. Auch die Weckzeiten können dort festgelegt werden.

Display bei Handgelenkbewegung aktivieren

Auch das Mi Band 3 kann automatisch das Display aktivieren, wenn man das Handgelenk hebt. Zur besseren Erkennung sollte man in der App die eigene Trägerseite einstellen. Dort kann auch festgelegt werden, in welchem Zeitraum das Feature aktiv sein soll.

Einzige Kritik: Auch beim Mi Band 3 dauert es circa eine Sekunde, bis sich das Display nach der Bewegung aktiviert.

Gedimmtes Display (bei Nacht)

Ein neues Feature beim Mi Band 3 stellt das gedimmte Display dar. Man kann in der App einen festen Zeitraum einstellen oder Sonnenauf- und Sonnenuntergang wählen. In der Nacht oder am Abend ist das Display dann weniger hell. Das funktioniert gut und ist ein nettes Feature.

Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit bin ich auf 5-7 Tage mit minütlicher Pulsmessung, automatischer Displayaktivierung und Benachrichtigungen gekommen. Das Mi Band 3 war zusätzlich ständig per Bluetooth in Kontakt mit meinem Smartphone, sofern es in der Nähe war. Auch das Wecken wurde genutzt.

Verzichtet man auf die Pulsmessung oder setzt diese auf einen niedrigeren Intervall, so sind auch längere Akkulaufzeiten von bis zu 12-20 Tagen möglich. Im Grunde ist die Akkulaufzeit aber selbst bei aktiver Nutzung absolut in Ordnung.

Fazit zum Xiaomi Mi Band 3

Das Mi Band 3 ist grundsätzlich für Einsteiger als Fitness-Tracker eine gute Wahl. Wer aktiver Sportler ist und diverse Sportarten betreibt, sollte allerdings zu einer teuereren Alternative greifen. Das Mi Band 3 unterscheidet nicht zwischen verschiedenen Tätigkeiten, der Schrittzähler kann also durchaus mal abweichen.

Wer allerdings das Mi Band 3 hauptsächlich für Benachrichtigungen einsetzen möchte, kann bedenkenlos zugreifen. Diesen Zweck hat bereits das Mi Band 2 zuverlässig erfüllt, mit dem neuen Display im Mi Band 3 macht das ganze noch mehr Spaß. Auch die Schlafüberwachung ist in den meisten Fällen genau genug.

Die Akkulaufzeit ist etwas schlechter als beim Mi Band 2, aufgrund der größeren Funktionsvielfalt und des besseren Displays aber auf jedenfall zu verkraften. Im Vergleich zu den Smartwatches am Markt ist das Mi Band 3 auch weiterhin ein wahrer Dauerläufer und muss nicht täglich geladen werden.

Über die üblichen Import-Shops ist das Mi Band 3 sehr oft unter 25 Euro zu erhalten. Aus Deutschland liegt der Preis bei circa 30 Euro.

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